Ich wage nun einen Tag vor dem Jahreswechsel einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr. Zuerst kommen mir die zahlreichen Reisen in Erinnerung. Im Februar war ich - beruflich, ja, aber es war auch eine gern gemachte Reise - in München. Zwar musste ich tagsüber arbeiten, aber ich hatte das große Glück, dass Lieblingsmensch mich für eine Woche besuchen kam. So hatten wir die Abende und das Wochenede für uns und unsere Entdeckungen der Stadt. Es hat sich als erstaunlich schwierig herausgestellt, eine nette Kneipe zu finden, was im Nachhinein etwas lustig scheint, da ich mir vorstellen kann, dass es in München nur so vor netten Kneipen willem muss. Oder wie man sagt von 'Wirtschaften'. Wir hatten nichtsdestotrotz unsere Mühe, aber wir sind fündig geworden!
Im März stand dann unser Umzug ins neue, traute Heim an. Das war vielleicht ein Kraftakt. Fast die ganze Wohnung musste gestrichen werden. Zudem zwei Haushalte (meiner war zum Glück nur klein) verlagert werden und das alles, ohne Urlaubstage. Aber irgendwann war es vollbracht und auch die zahlreichen IKEA-Besuche lagen hinter uns. Unser Heim war fertig und wir waren glücklich.
Im Juni ging es dann schon wieder auf Reisen, dieses Mal stand richtiger Urlaub an. Zwei Wochen Zakynthos, Griecheland. Eine ganze Insel, die wir entdeckt haben, von Nord bis Süd und Ost bis West. Jeden Tag im Meer schwimmen und ein Auto, das uns fast im Stich gelassen hätte, aber uns doch noch sicher zurückgebracht hat, sind meine bleibenden Erinnerungen. Oh, jetzt da sich draußen der Schnee türmt, sehne ich mich zurück dorthin, unter die Sonne, in die Wärme, in der man nur T-shirt und Rocken tragen muss und nicht fünf Schichten anziehen, von denen zwei aus Fliesstoff bestehen.
Der dritte Urlaub brachte uns dann in meine alten Heimatstädte Würzburg und Bayreuth. Wie sich dort kaum etwas verändert hatte in den Jahren! Wir waren mehrmals lecker essen und anschließend auf der Hochzeit einer Freundin. Das war im August.
Im Oktober dann ging es nach Dänemark in ein kleines, niedliches Holzhäuschen, nur ein paar Schritte vom Strand entfernt und mit einem Holzofen, den ich jeden Morgen kräftig einheizen durfte. Wir hatten so unsere Probleme mit dem Auswärtsessen - wir sind ja große Fans davon, Mittags einen Imbiss unterwegs zu uns zu nehmen, gerade im Urlaub, aber das war schwerer als gedacht. Unsere (oder zumindest meine als Vegetarierin) einzige Anlaufstelle wurde dann bald der einzige Sandwichladen von ganz Sonderborg. Der war aber lecker! Abends haben wir uns dann am Ofen eingekuschelt, gekocht, Kerzen angezündet und viel gelesen. Ich glaube, ich habe noch nie in einer Woche soviel gelesen!
So blicke ich zurück auf dieses Jahr. Es sind also die Reisen, die einem in Erinnerung bleiben. Und nächstes Jahr? Auf nächstes Jahr blicke ich mit zwei Augen, einem freudigem und einen ängstlichen. 2011 wird für mich ein Jahr der Veränderung, denn ich werde wohl mein vertrautes und geliebtes Studentendasein hinter mir lassen. Das heißt dann auch, meine Doktorarbeit abgeben und mir einen vernünftigen Job suchen. Es wird spannend und ich glaube, die freudige Aussicht überwiegt. So viele Wege stehen mir wieder offen und ich bin sicher, dass ich einen davon im Dickicht finden werde. Auf alles Andere will ich noch gar keinen Blick riskieren und ich würde es auch nicht wissen wollen, was auf mich zukommt. Alles zu seiner Zeit, denke ich mir. Deshalb mache ich auch keine Pläne noch Neujahrsvorsätze. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen und habe alles Andere, was mir besonders am Herzen lag, bisher auch ohne Jahreswechseltermin in die Tat umgesetzt. Den morgigen Tag möchte ich dieses Mal jedoch ganz anders verbringen, als bisher. Ich werde auf keine Party gehen, ich werde keine Leute einladen, sonder ich werde hier mit Lieblingsmensch zu zweit sein und den Abend ganz entspannt ohne Verpflichtungen verbringen. Wir machen hier Käsefondue. Am frühen Abend gehen wir ins Kino und danach sind wir daheim bei den Kätzchen. Ich werde dann ein Glas Sekt trinken und vermutlich - falls keine Party uns stört - gegen 1 Uhr ins Bett fallen. Klingt gar nicht so schlecht.
Donnerstag, 30. Dezember 2010
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