Da stehe ich nun wieder am Anfang. Eine neue Gelegenheit, alte Fehler nicht zu wiederholen. Ein neuer Versuch, irgendwie aus meiner Haut heraus zu kommen. Wenn ich so zurückblicke, dann habe ich viel geschafft in den drei Jahren. Ich habe viel über mich gelernt, vor allem habe ich mich selbst lieben gelernt. Und darauf bin ich am meistens stolz. Aber es gibt noch sehr viel zu tun. Der Kampf gegen die Angst ist noch nicht gewonnen, aber eine Runde geht an mich. Ich sehe mich inzwischen mit anderen Augen, fühle mich nicht mehr so schwach und verletzlich wie früher. Ich habe ein bisschen gelernt, mit mir selbst zu sein und für mich zu sein und nicht so oft gegen mich.
Jetzt stehe ich an einem Anfang und an einem Ende. Ich blicke sowohl nach vorne, als auch zurück. Ich bin erwachsen geworden in diesen drei Jahren. Jetzt, da ich in meiner dritten Wohnung in der dritten Stadt lebe, habe ich zum ersten Mal das Gefühl, wirklich erwachsen geworden zu sein. Eine lange Zeit habe ich mich dagegen gewehrt, wollte nicht erwachsen werden, wollte die Verantwortung nicht tragen und habe mich mehr oder weniger in diese Position gedrängt gefühlt. Nun bin ich auch innerlich herangereift und ich habe gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, erwachsen zu werden. Und dass es auch nicht schlimm ist, älter zu werden um irgendwann eben alt zu sein. Ich freu mich jedenfalls drauf.
Sonntag, 1. Februar 2009
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