Freitag, 20. Februar 2009

Berlin.

Am Anfang fand ich diese Stadt verwirrend. Sie war schnell, dreckig, chaotisch. Überall Baustellen, jeden Tag andere Leute in der U-Bahn. Niemand kennt sich; jeder verfolgt nur seine eigenen Ziele. Menschen laufen von Ort zu Ort, immer schnell genug, um Schritt zu halten mit der Zeit. Jeder Tag war laut, die Luft roch nach Abgasen, an jeder Kreuzung Autohupen. Als Radfahrerin war das Adrenalin pur. Ich fühle mich hineingeworfen in eine Stadt, die zu leben schien, die jeden Morgen ein- und jeden Abend ausatmete. Ich hab mich manchmal ziemlich verloren gefühlt und doch herausgefordert, angetrieben. Ich hatte Lust auf dieses Großstadtleben, wollte eintauchen.
Inzwischen ist Berlin immer noch schnell, dreckig, chaotisch und laut. Aber ich mag es. Diese Stadt ist mir tatsächlich ans Herz gewachsen, mit ihrem ganz eigenen Charakter und ihrem besonderen Charme. Jeden Tag andere Menschen in der U-Bahn. Ich kann untergehen in dieser Masse und genieße es. Ich kann nachts durch den Dschungel wandern und es darauf anlegen, verloren zu gehen und das gut zu finden. Oder ich kann durch vertraute Straßen schlendern, mein Lieblingsbrot beim Lieblingsbäcker kaufen und in die kleine Kneipe nebenan gehen. Ich habe mich noch nie zuvor an einem Ort so frei gefühlt. Und auch noch nie so gut aufgehoben wie hier.
Berlin. Heimat.

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