Freitag, 14. August 2009
So ist es hier im Sommer
Am Mittwoch Abend gab es für mich dann einen riesigen Eisbecher im wohl meistbesuchten Eiscafé am Potsdamer Platz. Anschließend wurde aus dem geplanten Sternschnuppenschauen nur Wolkenschauen. Aber auch schön, so zwischen Kanzleramt und Spree entlang zu schlendern, philosophische Themen anzustoßen und in einen kurzen Regenschauer zu geraten. Auf jeden Fall hab ich später tief und wohlig geschlafen. So ist es hier in Berlin. So ist es hier im Sommer.
Sonntag, 9. August 2009
Lyrisches für den Sommer
Da fliegt, als wir im Felde gehen,
Ein Sommerfaden über Land,
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,
Und knüpft von mir zu ihr ein Band.
Ich nehm' ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen, wie die Lieb' es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!
("Der Sommerfaden" von Ludwig Uhland)
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Am See
Mittwoch, 5. August 2009
Etwas Nettes
INKARNATIONSVERTRAG
§1 Sie erhalten einen Körper. Dieser Körper ist neu und einmalig. Niemand sonst bekommt den gleichen.
§2 Sie erhalten ein Gehirn. Es kann nützlich sein, es zu benutzen.
§3 Sie erhalten ein Herz. Die besten Resultate erzielen Sie, wenn Hirn und Herz ausgewogen benutzt werden.
§4 Sie erhalten Lektionen. Niemand bekommt exakt die selben Lektionen wie Sie oder kann sie Ihnen abnehmen.
§5 Sie können tun, was Sie wollen. Sie müssen mit den Konsequenzen leben.
§6 Eine Lektion wird so lange wiederholt, bis sie begriffen wurde, und zwar inkarnationsübergreifend.
§7 Dieser Vertrag ist für alle gleich. Es gibt keine Privilegien, auch wenn einige das behaupten. Handschriftliche Änderungen haben keine Gültigkeit.
§8 Wenn Ihr Körper zerstört wird oder aufhört, zu funktionieren, bekommen Sie einen neuen. Es kann zu Wartezeiten kommen.
§9 Der Inkarnationsvertrag läuft erst aus, wenn alle Lektionen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben.
§10 Was befriedigend ist, bestimmen Sie!
Nützliche Hinweise:
Ziel ist es nicht, beim Verlassen eines Körpers möglichst viel Geld zu haben. Es gibt keinen Bonus für Berühmtheit oder Beliebtheit. Sie müssen sich nicht an den Fehlern anderer orientieren. Regeln sind dazu da, überprüft zu werden. Behauptungen anderer über das Ziel können Ablenkungen sein. Sie können nichts falsch machen. Es kann höchstens länger dauern. Sie haben Zugriff auf alle Antworten über eine spezielle Verbindung in Ihrem Herzen. Niemand kann Ihnen die Verantwortung abnehmen.
Gewalt führt niemals zu einer Lösung. Es kann nützlich sein, darauf zu achten, welche Situationen sich wiederholen. Drogen (legale und illegale) können die Wahrnehmung der Lektionen verfälschen. Nur, weil alle sich auf eine Weise verhalten, muss das nicht bedeuten, dass es richtig ist. Es gibt selten nur eine richtige Lösung. Sie können einen Antrag auf Vergebung stellen. Es gibt keine Extraklauseln für niemanden. Sie werden geliebt. Alles andere ist gelogen. Lektionen sind besondere Gelegenheiten, sich zu entwickeln und keine böse Absicht. Es kann riskant sein, seinen Körper anderen anzuvertrauen. Andere in der Entwicklung zu behindern, bringt keinen Vorteil.
Sie bekommen (vorzugsweise während der Nachtstunden) Gelegenheit, den Körper zu verlassen. Herumspielen an Ihrem Körper ist Ihr gutes Recht. An den Körpern anderer erfordert deren Einwilligung. Abgucken ist sinnlos! Das mutwillige Beenden einer Inkarnation führt zu viel unnützem Papierkram. Wissenschaftliche Gutachten und heilige Schriften dienen der Verwirrung. Es geht nicht darum, Erster zu sein. Es geht nicht darum, cool auszusehen. Niemand macht in Ihrer Situation eine bessere Figur als Sie. Sie sind nicht der Einzige, der am Sinn des Inkarnationsvertrages zweifelt.
Da Sie diesem Vertrag zugestimmt haben, ist es unnütz, sich darüber zu beschweren, dass Sie hier sind.
Montag, 3. August 2009
Ein bisschen Fernweh.
- Nicht zu wissen, wo man am Abend das Zelt aufschlägt.
- Jedoch die Gewissheit, dass man immer ein Zelt im Kofferraum hat.
- Die schwedische laktosefreie Milch.
- Und vor allem das allerbeste Müsli, das ich je in einem Supermarkt gekauft habe.
- Das Land ist gar nicht soo teuer.
- Die Sonnenuntergänge dürfen natürlich nicht unerwähnt bleiben.
- Marienkäfer
- Ein guter, warmer Schlafsack und dieses Mal sogar ein richtiges Kissen. Luxus im Zelt!
- Ein fast unerschöpfbarer Musikvorrat.
- Der wohlverdiente Dornfelder am fünften Abend, zur Feier unseres Ankommens in Stockholm.
- Das fehlende Europakennzeichen.
- Kreative Namensgebung für Steine: Sitzstein, Erschlagstein, Franks Stein ...
- Der Hot-Dog-Konservierungshund
- Die Schweden machen ausgezeichneten Kaffee. Angeblich wird deren Kaffeekonsum nur noch von den Finnen getoppt.
- Noch mehr Sonnenbrillen.
- Schwimmen in der Ostsee mit richtigen Wellen.
- Eine warme Dusche zu schätzen wissen.
- Die unvergessene eiskalte Dusche, dank fehlender Münze.
- Spontanes Baden gehen am Rastplatz.
- Wald, Wald, Wald.
- Zelten in der Wildnis neben einem mannhohen Ameisenhaufen.
- Tagelang barfuß laufen.
- Nur ein verregneter Tag.
- Postkarten kaufen und schreiben.
- Über Kieselsteine laufen.
- Dankbarkeit darüber, eine Kreditkarte zu besitzen. Ohne die wären wir manchmal wohl verloren gewesen.
Sonntag, 2. August 2009
Einmal Stockholm und zurück
Donnerstag, 9. Juli 2009
Was für eine Woche.
Einem Montag mit Open-Air-Jazzmusik im Amphitheater folgte ein ereignisreicher Dienstag. Früh am Morgen ging es mit dem Bus nach Wittenberg. Luther an jeder Ecke und italienischen Milchcafé zwischendurch. In Ferropolis hab ich dann das erste Mal seit Jahren mit den nackten Füßen im Sand gewühlt, bin durch Wasser gewatet und hab Steine gesammelt. Dann hat uns der Regen entgültig eingeholt und wir haben dieses Zeichen genutzt, den Heimweg anzutreten. Nach dem Karatetraining bin ich wiederum totmüde ins Bett gefallen. Am Mittwoch war die Zeit reif, endlich einmal nichts zu tun. Nur Lesen, Baden, Lesen. Und Schlafen.
Heute hab ich mir dann eine Massage gegönnt. Die erste professionelle meines Lebens. Das tat gut, die gesamte Aufmerksamkeit und Achtsamkeit eines Menschen zu spüren. Und nun ist es wieder Zeit fürs Schlafen gehen...