Mittwoch, 23. September 2009

Poesie

Vergessene Warnung

Im Alltag ertranken die Frauen
Recken schwimmend Köpfe zum Meer
Ozeanien konnten sie nicht finden
Die Prophezeihung wurde nicht wahr

Wahrhaft begann glaubhaft zu werden
Immerfort und der Zeit voraus
Mit Regengüssen umtriebene Männer
Spülen ihre Seelen hinaus

Schamhaft verderben die Früchte
Regen gleicht Wiedergeburt
Verwahrlost die Körper dort liegen
Tags drauf im Eis erfrorn

Donnerstag, 17. September 2009

Vorboten

Heute lagen die ersten gelben Blätter auf dem Weg. Ich bin mit dem Fahrrad darüber gefahren und spürte die Vorfreude auf einen bunten Herbst. Der nette Mann vom Fahrradladen hat mir nicht nur eine neue Lampe eingebaut, sondern gleich den Lenker festgezogen und die Reifen aufgepumpt. Und das Ganze umsonst. Ist klar, dass das jetzt mein Stammfahrradladen wird.
Eben dann durch den Park gefahren. Dann auf dem Balkon gesessen und mit Mitbewohnerin geplaudert. Überhaupt war heute ein schöner Tag. Im Labor wurde lange nicht mehr so viel gelacht, und morgen steht der bayrische Brunch auf dem Plan, mitten in Berlin Wedding. Und zur Krönung des Tages hab ich mich für die nächste Karateprüfung angemeldet. Auf unbedingtem Anraten des Lehrers! Er hat mich sozusagen gezwungen, und das kann ich dann zu meiner Verteidigung angeben, wenn ich mich blöd anstellen sollte. Ich bin jetzt schon aufgeregt.

Sonntag, 30. August 2009

Beginnen

Wenn man einen ersten Schritt macht, weiß man nicht wohin der Weg einen führen wird. Vielleicht gibt es auch keine Weg auf dieser Reise. Vielleicht treibt es einen viel mehr durch ein Dickicht und dann sieht man fremde Bäume und unbekannte Menschen. Und wenn man Glück hat, erkennt man sich in Manchen von Ihnen wieder. Man sollte vorsichtig sein, wenn man den ersten Schritt macht, denn kaum versieht man sich, schon macht man einen zweiten. Und einen dritten. Und am Ende ist man in einem fernen Land, in dem es keine Landkarten mehr gibt und keine Wegweiser. Vielleicht noch ein paar Pfade hier und da, auf denen schon einmal Jemand gegangen ist. Doch auch diese Pfade können schon an der nächsten Biegung verschwinden und da man sonst keinen Weg weiß, läuft man weiter. Nach einer Weile - waren es Tage oder Jahre? - hat man sich an die Fremde gewöhnt. Denn das ist jetzt dein Leben. Vielleicht würde kein Mensch je losgehen, wenn er wüsste, wie fern und fremd es auf diesem Weg werden wird?

Ein Gedicht aus einer anderen Zeit

Dieses Feuer hielt nur kurz. Ich konnte es nicht mit den Händen fassen.
Kaum berührte ich es, schon entglitt es meinen Händen.
Du ließest dich nicht fassen, warst da und doch gleich wieder entglitten.
Kaum konnte ich dich anrühren, für einen Moment
In deine Seele blicken, schon warst du wieder fort.
Ja, du bist in dir selbst gefangen. Du hast dich selbst
Eingeschlossen und nun lässt du Keinen an dich heran.

Nähe auf Raten. Einen Schritt vor und einen zurück.
Hinterlässt dabei Arme, die ins Leere greifen.
Wie gern ich dich gehalten hätte!
Wie gern ich dir diesen Schutzwall genommen hätte,
Doch ich weiß du lässt es niemals zu.

Das Feuer brannte kurz, nun bin ich fast leergebrannt.
Spür kein Verlangen mehr, nur Wehmut.
Wir werden uns nie finden, egal wie nahe wir uns kommen.
Die Mauer zwischen uns ist undurchdringbar stark.
Viele Jahre muss es dich der Bau gekostet haben,
Nun wird sie keiner mehr so leicht einreißen.

Du brennst heiß, doch nur für dich allein.
Aber kein Flamme wird je heiß genug sein, um deine Gier zu stillen.
Ich lass dich ziehen, denn du brennst nicht für mich.
Du suchst nur Feuer für deine kalte Seele, die du weggeschlossen hast.

Gegen den Stolz

Tragflächen des Lebens.
Darauf will ich tanzen.
Gegen die Ungerechtigkeit.
Gegen den Stolz.
Gegen alle Zyniker der Welt.
Legt euch blos nicht mit mir an!
Ihr kriegt mich ja doch nicht
Auf Eure trostlose Seite.

Eines Spätsommer Tages...

Leben.
Mich selbst leben lassen.
Das heißt Atmen. Durchatmen. Freiatmen.
Und ab und an in den Himmel hinein lächeln.

Donnerstag, 20. August 2009

Grenzen ziehen

Du stellst dich an. Ich stell mich stur. Nun bin ich auch mal mit meiner Weisheit am Ende, Gutmenschentum hin oder her. Ich verstehe deinen Schmerz, doch ich möchte ihn nicht mitfühlen. Was uns fehlt ist Distanz und die schaffen wir nun auf eine künstliche doch längst überfällige Weise. Du findest deinen Weg dort hinaus, aber dieses Mal bin ich nicht die Richtige, um dir beizustehen. An dieser Stelle möchte ich gern auf einen besonderen Songtext verweisen:

You wanted to talk to me, but I could not hear the things you say, I would not understand. My mind is blind to the pains of the heart. Theres a wall between you and me in thin air. I look right through you as if you're not even there. A sad situation, an individual affair, a burden in my life and I don't think its fair. You're trying just too hard to get to know me but Im telling you, you're not getting through. Its not your fault and its not even mine, another time it could be fine. Can you picture the future or remember the past. Life is so short we grow so old so fast. You've got the right idea but the wrong approach. I am not your jewel, a pendant or a broach. I am miles away from you today.
(Chamber, "Miles away")